geschichte des hotels

OSNABRÜCKS ÄLTESTER GASTHOF

 

Das Hotel „Walhalla" liegt im Herzen der Altstadt,  unweit des Rathauses, der Marienkirche, und der Treppengiebelhäuser, die den Marktplatz umsäumen. 
Den prachtvollen Barock-Fachwerkbau ließ der Gerichtsvogt Gerdt Heindrich Meuschen im Jahre 1690 an der Bierstraße 24 errichten.
Den Namen „Walhalla" erhielt der Gasthof vor gut 200 Jahren, denn zuvor hieß er Ratsschänke. "Walhalla" ist in der nordischen Mythologie
der Treffpunkt der ruhmreichen Krieger und soll als ein Synonym für die Gastfreundschaft in unserem Hotel stehen.

Die Bierstraße verdankte ihren Namen den zahlreichen Brauern, die sich dort seit dem Mittelalter angesiedelt hatten. 
Dort stand auch das Gruthaus der Stadt. Mit Grut bezeichnete man ein Kräutergemisch, das dem Osnabrücker Bier, dem „Grüsing", 
damals zugesetzt wurde. Dem päpstlichen Gesandten Fabius Chigi (dem späteren Papst Alexander VII.), der 1643 bis 1648 am Westfälischen 
Friedenskongress teilnahm, scheint das Kräuterbier jedoch nicht gemundet zu haben. Er brach in die Worte aus:

 

„Adde porum sulphuris, et erit polus infernalis"
Füge etwas Schwefel hinzu und es wird ein Höllentrank sein.


Die alte Bischofs- und Hansestadt Osnabrück lag Ende des 17. Jahrhunderts noch ganz im Schutze ihrer mittelalterlichen Wälle und Festungsmauern, beherrscht von den hoch aufragenden Türmen von Dom und Marienkirche, von St. Katharinen und St. Johann. Das Straßennetz mit seinen Krümmungen und Winkeln schmiegte sich dem Oval der mittelalterlichen Stadtbefestigung an, die mit ihren Wehrtürmen und Toren, Bastionen und Wällen Alt- und Neustadt umschloss mit Heger Tor, Bocksturm, Natruper Tor, Vitischanze, Hasetor, Herrenteichstor und anderen, zum Teil Doppeltoren.

 

Neben der Hase im Osten gab der breite Stadtgraben im Westen der Stadt noch zusätzlichen Schutz. Auffallend war die große Zahl der Kapellen und Klöster, Indiz der frommen Bischofsstadt, in die seit dem Jahre 1521 die Reformation Einzug gehalten hatte. Die Einwohnerzahl der Stadt betrug etwa 6000 bis 7000 Menschen. Das Stadtgebiet hatte eine Fläche von 145 Hektar. Das gesamte städtische Leben spielte sich noch innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern ab.
 

Fachwerkhäuser, zumeist Ackerbürgerhäuser mit Dielen und Ställen, bestimmten damals weitgehend das Bild der Straßen und Plätze. Die Straßen von Alt- und Neustadt waren eng und mit Platten oder runden Steinen, sogenannten „Katzenköpfen", mehr schlecht als recht gepflastert. Zum Teil beförderten lange Überlaufrinnen die oft beträchtlichen Niederschläge von den Hausdächern in die Gossen inmitten der Straßen. Unter den Holzböcken, auf denen die Fensterläden der Häuser ruhten und auf denen Waren feilgeboten wurden, sammelte sich der Kehrricht. Dunghaufen und Holzvorräte schufen drangvolle Enge.
 

Altstadt und Neustadt waren noch selbständige Verwaltungseinheiten mit eigenem Rathaus, eigenem Bürgermeister und Ratsherren. Es gab noch keine Bürgersteige, keine Hausnummern und auch noch keine Straßenbeleuchtung. Jeder Bürger, der abends ausging, musste selbst eine Laterne mit sich führen. Vornehme Damen und Herren ließen sich freilich des Nachts von Laternenträgern nach Hause geleiten. Die „gute alte Zeit" war alles andere als eine Idylle.
 

An der Bierstraße, bis in die Tage des Zweiten Weltkriegs die Vorzeigestraße Osnabrücks, kündeten prachtvolle Fachwerkhäuser vom Wohlstand ihrer Bewohner, die vorwiegend der Kaufmannschaft entstammten. Vor allem Leinwand- und Tuchhandel hatten einst diesen Wohlstand begründet. Durch die Straßen der Altstadt strebten damals von Pferden und Ochsen gezogene, leinenbeladene Planwagen dem Marktplatz zu.


Im Legge- und Akzisehaus, einem in den Jahren 1619 bis 1622 errichteten, prachtvollen Renaissancebau, wurde das Leinen vom Leggemeister und seinen Gehilfen auf seine Qualität geprüft, gelegt und erhielt dann den begehrten Osnabrücker Leggestempel. Osnabrücker Linnen war in der ganzen Welt beliebt.



Der dreißigjährige Krieg, der von 1618 bis 1648 ganz Europa in ein Trümmerfeld verwandelte, wurde in seiner Konsequenz die Ordnung für ein neues, wie heute exestierendes Europa.
In den Städten Münster und Osnabrück verhandelten die Kriegsparteien jahrelang über einen Friedensschluss. 
In Osnabrück verhandelten unter schwedischer Führung die Protestanten, in Münster unter spanischer Führung die Katoliken. Die Friedensverhandlungen zogen sich über fünf Jahre hin und die immer neuen Friedensvorschläge wurden von den sogenannten Friedensreitern zu Pferde zwischen Osnabrück und Münster transportiert. An diese Tradition erinnert heute noch das Steckenpferdreiten, dass jährlich um den 24. Oktober für alle Osnabrücker Viertklässler auf dem Marktplatz ausgerichtet wird. 

Aus Anlass des 350. Jährigen Jubiläums diesen Friedens, veranstalteten die beiden Friedensstädte im Jahr 1998 unter der Fühurung des Bundespräsidialamtes einen großen Festtag. 
Für die Stadt Osnabrück durfte das Romantik Hotel Walhalla 8 Könige/Königinnen sowie 11 Staatspräsident/innen Europas empfangen.


 

Die Vorbereitungen für das 375 jährige Jubiliäum für das Jahr 2023 laufen bereits auf Hochtouren.
 

 

 

 

CHRONIK - ZERSTÖRUNG &
WIEDERAUFBAU
 

Am 11. März 1613 war im Hofhaus zur Twente an der Schweinestraße 5, der heutigen Marienstraße, ein Feuer ausgebrochen. Mit großer Geschwindigkeit hatte es wegen eines heftigen Südwestwindes die hölzernen Fachwerkhäuser, Scheunen und Ställe der Altstadt erfasst. Eine Tafel in der Marienkirche gibt noch heute davon Kunde:   „Ao. 1613 d. 11. Mart Sindt in dieser Stad durch verhangniß Gottes 942 Häuser sampt dieser Kirch und Thurm verbrandt..." Die Frage, ob auch der Vorgängerbau des Hauses an der Bierstraße 24 dieser Brandkatastrophe zum Opfer fiel, lässt sich heute nicht mit Gewissheit klären. Auffallend allerdings ist, dass die Häuser an der Bierstraße 7,13,14,15,17 und 19 bereits kurz nach dem Stadtbrand neu entstanden. Hat Meuschen 1690 etwa ein noch bestehendes, vom Brande weitgehend verschontes Haus aus dem Jahre 1530, das bereits seit vier Generationen im Besitz seiner Familie war, wegen Baufälligkeit abreißen und durch einen Neubau auf dessen Grundmauern ersetzen lassen?

 

Das schwere Luftbombardement vom 13. September 1944 brachte für den Hotel- und Gaststättenbetrieb ein vorläufiges Aus. Brandbomben trafen auch das Dachgeschoss des „Walhalla", doch dank dem beherzten Einsatz mutiger Hausbewohner konnte das historische Kleinod gerettet werden.  Osnabrücks schöne Altstadt sank in Trümmer. Rathaus und Marienkirche, Domtürme und Bischöfliche Kanzlei, die Giebel- häuser des Marktes, die prachtvollen Fachwerkgiebel der Bierstraße, Große und Kleine Gildewart, die Adelshöfe in der Hakenstraße, das Geschäftsviertel zwischen Nikolaiort und Neumarkt wurden ein Raub der Flammen. 

 

Mit der Sanierung des Heger-Tor Viertels in den Jahren 1974 bis 1976 brach eine neue Blütezeit der Osnabrücker Altstadt an. Hier wurden nicht nur Häuser renoviert und Altstadt-Romantik frisch aufge- putzt, hier entstand ein quicklebendiges Stadtviertel mit gemütlichen Gast- stätten und Altstadtkneipen, Antiquitätengeschäften, Modeboutiquen, Kunsthandlungen und Galerien. 

 

Auch für das „ Walhalla" begann eine neue Ära, als im Jahre 1985 der Kaufmann Günter David die Häuser an der Bierstraße 24 und an der Kleinen Gildewart 12, ein ursprünglicher Schuppen des Hauses an der Bierstraße, erwarb. In den Jahren 1985 bis 1986 wurden alle Räume sorgfältig und unter Beachtung der bestehenden Denkmalschutzvorschriften komplett saniert; der Beherbergungsbetrieb ruhte in dieser Zeit. Es entstand ein Hotel mit 27 Zimmern in zeitgemäßem Komfort. Hotelgäste aus In- und Ausland schätzten bald die familiäre Gastlichkeit im anheimelnd historischen Rahmen und die Zimmernachfrage wurde immer größer. 1992 gelang es dann Günter David ein 200 Jahre altes Haus mit Garten an der Heger Straße 21 und ein weiteres Gebäude an der Kleinen Gildewart 10 zu erwerben und es entstanden die Neubauten, die von einem Biergarten umgeben waren. Die Bettenkapazität wurde nun von ursprünglich 27 Zimmern auf 66 Zimmer mit 100 Betten erhöht. 

 

1993 übernahm Günter Davids Tochter Tanja Bernard die aktive Geschäftsführung, seit 1995 leitet Sie gemeinsam mit Ihrem
Ehemann Andreas Bernard das Hotel-Restaurant Walhalla und auf Grund stetiger Investitionen erleben Sie heute modernen Komfort in historischem Ambiente.

Seine Besitzer

 

Der Bauherr des prachtvollen Fachwerkhauses an der Bierstraße 24 war Gerdt Heindrich Meuschen, er entstammte einer alten Osnabrücker Bürgerfamilie.

Einer seiner Urahnen war der Ratsapotheker Bartholomäus Moseken, der Besitzer der Hirschapotheke, der 1545 seine Konzession erhielt. Später ging die Apotheke an dessen ältesten Sohn Michael über. Damals wurden Pillen, Pflaster, Salben und Tees noch von Hand frisch zubereitet.
 

Gerdt Heindrich Meuschen wurde als Sohn des Kaufmanns Christian Meuschen und seiner Ehefrau Catharina, in Osnabrück geborene Grave. Diese war eine Tochter des ersten Predigers an St. Marien Gerhard Grave (Sohn des Bürgermeisters Konrad Grave), der sich mit Vehemenz gegen die seit 1636 unter Bürgermeister Dr. Pelzer wieder auflebenden Hexenprozesse gewandt hatte, insbesondere gegen die Hexenprobe in der Hase: denn es sei Abgötterei, das Wasser zum Richter zu machen.
 

Gerdt Heindrich Meuschens Ehefrau Susanne Gertraud von Lengerken entstammte einer bekannten Adelsfamilie des Osnabrücker Landes, die in der Stadt Osnabrück einige Ratsherren, Kirchenräte, Gildemeister, Kaufleute und Juristen stellte. Sie war die Tochter des Kaufmanns Ameling von Lengerken und seiner Ehefrau Maria von Gülich, deren Vater der Ratsherr Franz von Gülich war.
 

Fünfzig Jahre befand sich das Haus an der Bierstraße 24 im Besitz der Familie von Gerdt Heindrich und Susanne Gertraud Meuschen. Dann ging es an deren Tochter Regina Gertrud über, die den Weinhändler Johann Gerhard Wetter heiratete. Deren Tochter Susanna Elisabeth wiederum vermählte sich mit dem Weinhändler Johann Jakob Jäger.
 

Im Jahre 1740 übernahm dann ein naher Verwandter, Christian Jäger, die Weinhandlung und richtete im Hause Bierstraße 24 eine Weinprobierstube ein. Dort versammelten sich zum „Dämmerschoppen" die Dom- und Ratsherren, mit ihnen auch Justus Möser. Der 1720 im nahen Hause Markt 26 geborene Justus Möser war Bistumsverwalter für den noch minderjährigen Friedrich von York, den letzten evangelischen Osnabrücker Fürstbischof. Darüber hinaus war Möser Herausgeber der „Wöchentlichen Osnabrückischen Anzeigen“ und Verfasser einer ersten deutschen Sozial- und Verfassungsgeschichte. Die von seiner Tochter Jenny von Voigts herausgegebenen „Patriotischen Phantasien, kluge Einzelaufsätze Mösers über Volkswirtschaft, Handel, Handwerk, Landwirtschaft, Geldwesen, Rechtspflege und politische Verfassung, begeisterten selbst den Dichterfürsten Goethe.
 

Die jüngste Tochter Christian Jägers Marie Gertrud führte mit ihrem Ehemann, dem Weinhändler Justus Wilhelm Tenge, den väterlichen Betrieb weiter, auch ihre beiden älteren Schwestern blieben der Branche treu, indem sie die Osnabrücker Weinhändler Knille und Lange heirateten. Nach dem Tode von Marie Gertrud Tenge wurde das Haus an der Bierstraße im Jahre 1846 an den Gastwirt Louis Meese aus Ibbenbüren (an ihn erinnerte lange Zeit die Meesenburg auf dem Gertrudenberg) verkauft. Doch schon 1859 verkaufte Meese das Anwesen an den Gastwirt Johann August Dingerdissen, der es bis zum Jahr 1876 bewirtschaftete.
 

Neue Eigentümer wurden dann die Eheleute Karl Heinrich und Margarete Grabe aus Isselhorst bei Gütersloh. Unter ihnen erlebte das „Walhalla" eine Blütezeit. Von 1898 bis 1932 führte Wilhelm Grabe mit seiner Ehefrau Anna den elterlichen Betrieb weiter. Nach dem Tode ihres Mannes 1932 übernahm Anna Grabe die Leitung des Hauses.
 

1938 wurden dann Hotel und Restaurant an Erich Heibrock aus Bielefeld und dessen Ehefrau Erna, geborene Ollerdissen, verpachtet. Diese erweiterten nicht nur den Betrieb und gaben dem Lortzingzimmer neues stilvolles Gepräge, sie mehrten auch den guten Ruf des „Walhalla" - und das, obwohl sich in der Notzeit des Zweiten Weltkriegs die Betreuung der Gäste immer schwieriger gestaltete.
 

Bis zum Jahre 1971 war Frau Generotsky, eine Verwandte von Wilhelm Grabe, Besitzerin von Haus und Hotel an der Bierstraße. 1972 folgte Klaus Brink.
 

Im Jahre 1985 erwarb der Kaufmann Günter David die Häuser an der Bierstraße 24 und an der Kleinen Gildewart 12, ein ursprünglicher Schuppen des Hauses an der Bierstraße.
 

1993 übernahm Günter Davids Tochter Tanja, nach ihrer Ausbildung zur Hotelbetriebswirtin, die aktive Geschäftsführung des „Walhalla". Ihre Lehrjahre führten sie unter anderem in die Steigenberger-Hotels nach Bonn und Berlin.
 

Seit 1995 leiten Tanja und Andreas Bernard gemeinsam das Romantik Hotel Walhalla. Andreas Bernard erhielt seine Ausbildung im renommierten Hamburger Hotel „Vier Jahreszeiten". Weitere Wegstationen des Hotelbetriebswirts waren das „Claridge's" in London, der „Breidenbacher Hof in Düsseldorf, das „Rafael" in München und die „Cornell University" im Staate New York.

 

In den folgenden 25 Jahren konnten Tanja und Andreas Bernard weitere Nachbarhäuser in der Kleinen- und Großen Gildewart erwerben und dem Hotel Hotel hinzufügen. Unter Anderem: Die Hausnummer 11, ein Haus aus dem Jahre 1616, welches heute das Empfangshaus und Bindeglied zwischen den Grundstücken ist. In der Großen Gildewart erwarben Sie das Haus 28-30, hier befinden sich weitere 25 Parkplätze, Büros, sowie Mitarbeiter- und Sozialräume . Seit 2016 gehört auch die "Olle Use" zu diesem Gebäude-Ensemble, die aus dem Jahre 1608 stammend, im Jahre 2017 kernsaniert wurde und seit 2018 den Gästen als drittes Restaurant zu Verfügung steht.

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